DIE GRÜNDUNG - TEIL 2: SIND WIR GLÜCKLICH MIT BERRYJOY?

2013

Wie es zur Berryjoy Gründung kam und was unser Ziel war, das könnt ihr in diesem Blogpost nachlesen.

DER FEHLSTART UND DER ERSTE PIVOT

Im Sommer 2013 gingen wir aufgeregt zum Notar und gründeten die erste GmbH. Die Ernüchterung kam wenige Monate später, als wir die Vertragsentwürfe der ECE zum ersten Mal sahen. Anstatt der kalkulierten 1500€ pro 6QM Standfläche, landeten wir mit allen Nebenkosten bei über 2500€. Mit 1500€ war der Business Case sehr positiv - mit 2500€ aber gerade so Break Even.

Wir hatten jeder 4500 € Erspartes in die Firma gesteckt und gerade so die Hürde zur Gründung der GmbH genommen. Da wir mit 3 Ständen starten wollten, hätten wir nur durch die Miete weniger als 3 Monate Zeit gehabt, die Läden wirklich zum Laufen zu bringen. 

Wir bekamen Schiss… Wir drehten die Zahlen im Business Plan hoch und runter.. Und wussten nicht mehr weiter.

Weil wir vorher noch keinerlei Gastronomieerfahrung hatten, hatten wir 2013 mit mehreren Gastronomen immer wieder über das Konzept geredet und den Austausch gesucht. Einer dieser Gastronomen war der Betreiber eines Coffeeshops in Elmshorn, wo wir alle studierten. Dieser Gastronom fand unsere Idee großartig und suchte gleichzeitig nach Wegen seine Coffeeshops vom stärker werdenden Wettbewerb abzuheben. Im November schlug er uns dann vor, dass wir ja in zwei seiner Coffeeshops unser Konzept umsetzen könnten. Sein Team würde die operative Abwicklung übernehmen - wir hingegen das Marketing und das Konzept. Nach einigen weiteren Treffen waren wir uns einig, wer wie viel vom Umsatz bekommt und wer sich um was kümmert. Wir setzten den Vertrag auf.

Im März 2013 öffneten wir dann mit großer Euphorie die ersten Berryjoy Läden.

Unser Originalkonzept, die freistehenden Frozen Yogurt Läden, hatten wir erstmal auf Eis gelegt, um das aus unserer Sicht weniger risikoreichere Model zu verfolgen. Deswegen mussten wir parallel zu der Gründung noch arbeiten und die Zeit der Eröffnung wurde zur Belastungsprobe. Schließlich gab es da auch noch unsere Bachelorarbeiten..

ABER WIESO MACHEN WIR DEN SCHEISS EIGENTLICH?

Im März starteten wir dann etwas holprig - mit Schnee. Nicht unbedingt top Vorraussetzungen für den Verkauf von Frozen Yogurt. Trotzdem waren die Umsätze relativ schnell auf einem vernünftigen Niveau. Leider lief sonst fast nichts nach Plan.

Die Toppingzubereitung nahm mehr operative Zeit in Anspruch als erwartet, die Absprachen zwischen uns und dem Gastronom wurden nicht eingehalten und Abrechnungen passten nicht zu den Mengen. Nach 2-3 Monaten war unser Frustrationslevel extrem hoch. Johannes hatte einen Job bei Fielmann nach dem dualen Studium angenommen, Sven arbeitete im Online Ad Sales Bereich und ich machte nach 2 Monaten ein Praktikum bei einer Strategieplanung bei Helm. Parallel dazu versuchten wir, neue Partner für weitere Shop-in-Shop Konzepte zu akquirieren und das Konzept an sich auszubauen. Wir arbeiteten quasi jeden Tag, den ganzen Tag.

Unsere Beziehungen und sonstiges Privatleben bekamen immer weniger Aufmerksamkeit und irgendwann fragten wir uns, wofür wir das alles eigentlich tun.

Wir sprachen oft drüber, was uns eigentlich motiviert:

  • Ja, wir finden Frozen Yogurt ist richtig geil (bis heute)
  • Ja, wir finden es braucht innovativere Lebensmittel in Coffeeshops als nur Bagels und Donuts (insbesondere damals)
  • Ja, wir möchten unbedingt etwas Eigenes aufbauen, nachdem wir nach 3,5 Jahre im dualen Studium das Konzernleben satt hatten...

Gleichzeitig fragten wir uns auch:

  • Wenn wir das hier erfolgreich machen, was haben wir dann bewegt?
  • Wollen wir das hier wirklich 10 Jahre lang machen?
  • Wenn wir in 5 Jahren scheitern, wäre es die Zeit trotzdem wert gewesen?

Diese 3 Fragen finde ich bis heute extrem wertvoll für jede Gründung. Für uns waren die Antworten sehr klar. Mit dem berryjoy Konzept hätten wir vielen Menschen eine Freude gemacht und coole Produkte verkauft, aber das reichte uns nicht. Uns trieb an, mehr zu bewegen...


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